Musterwelten und Bildszenen
Warum nur trägt sie denn einen Sari???

Sie trägt einen Sari, weil der Orient eine grosse Faszination auf Europa hatte und noch immer hat, besonders im 19. Jahrhundert feiert der folkloristische, orientalische Tanz( auch der Urtanz, Bauchtanz) grosse Erfolge, und breitet sich immer mehr aus. 1880 in "Nana", dem Danse du ventre, später allgemein Bellydance genannt , treten Ähnlichkeiten zum indischen Tempeltanz auf. Meine vierte Protagonistin aus der Serie " Miss Artfair`s show", stellt eine Metamorphose zwischen der barocken zur orientalischen "Miss Artfair" dar.
Kleines Essay zur Bilderserie " Miss Artfair’s show "
I.Die Liebe zur Tanzkunst, macht sich nicht nur in der farbenfrohen Kleidung bemerkbar.Der Tanz ist eine der wichtigsten Zeremonien und Traditionen der Welt und der Kulturen.
II. Das Kleid als Verkleidung
Die Kleidung ist wie ein Lichtstrahl(Spot), der auf eine Frau fällt, wenn sie den Raum betritt.
Immer neu zeigt sich in meinen Bildern, dass Raum die Atmosphäre widerspiegelt, die die jeweilige Epoche mit sich zieht.
Malerisch stelle ich die Haut als eine mit Ornamenten und Farben geschmückte Bekleidung dar, quasi eine zweite Haut, die eine Symbiose zur echten Haut eingeht.
Die Muster, Strukturen und Farben, machen sie zu einer bemalten Haut, z.B. wie ich sie in Gustave Moreaus Papierarbeiten und Gemälden zu seiner Orientreise, gesehen habe.
In der Serie "Drei Prinzessinnen in verschiedenen Räumen" (Vergleiche DIPLOMBILDER) zeige ich das Unvereinbare von bestimmten Haltungen und Outfits. Was durch Kleidung allein nicht zum Ausdruck kommt, kommt auf Umwegen durch eine Unkleidung oder Verkleidung ans Licht.
Die Kindfrau zwischen verlorener Kindheit und der Verantwortung erwachsen zu sein wird als "Miss Artfair in Sneaker" dargestellt. Eine übellaunig dreinblickende Figur, belebt das Bild durch ihre Turnschuhe und durch die kleine grüne Erbse, die neben ihr auf dem Boden liegt. Die Kugel und der Sternenstab, sind ihre Spielzeuge und sie lehnen sich in Form und Handhaltung an Spielschläger des "Pitch ‘n Putt" an.
"Hanna mit Hähnchen" zeigt eine ansehnliche, lächelnde Prinzessin, die mit ausgestreckten Händen, nach einem Hähnchen greift. Das Hähnchen, oft auch als Klischee begriffen stellt hier gleichzeitig auch die Person dar, die ihr am Tisch Gesellschaft leistet. Die Zurücknahme einer Handlung, die Personifizierung des Raumes und des Mobiliars und Schnörkel umranden die Figur "Hanna"
Angalina’s Waiting (das Warten der Angalina) zeigt eine dicke, in einen Sari gekleideten Dame. Um sie herum, drapieren sich Engel, so auch ein Putte mit Pfeil und Bogen, der auf dem Inbegriff des Ballsports geparkt hat: dem Basketball! In der Ästhetik des Bollywoodfilms, wird Sie die Prinzessin mit Sporthandschuh, Sari und Schönheit sein. Aus einem Film dieses Genres entnommene Szenen, gaben den Anlass, Angalina in festlicher Kleidung zu zeigen.Sie wird damit gegen den berühmten Sha ru khan in ein Basketballmatch verwickelt und natürlich sportlich gewinnen.
Ich male sie in einer Geste für Hofdamen: eine Hand mit fallenden weissen Tuch. Wer wird dieses Tuch aufheben? "Angalina is waiting"…
die Fortsetzung folgt…..